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Besuch bei den Schaustellern auf dem Frühlingsfest

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Im Rahmen des Zirkusprojektes hatten wir die Möglichkeit, echte Schausteller kennenzulernen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. In Gruppen bearbeiteten wir folgende Aufträge: Bezüglich ihrer Geschichte, Reisetätigkeit, schulischer Bildung, deren Schulabschlüssen und wichtigen Werten holten wir Informationen ein. 

Am Festgelände eingefunden durften wir an einem Schaustellergottesdienst in der Festhalle Bayernland teilnehmen. Während dieser Messe erhielt Lennox seine erste heilige Kommunion und spontan wurde Baby Sascha-Gino im Schlafe getauft.

Im Anschluss machte sich unsere Gruppe auf, die benötigten Informationen direkt vor Ort zu erhalten. Aufgrund des winterlichen Wetters war es schwierig, auf dem menschenleeren Gelände auf Schausteller zu treffen. Hinzu kam, dass die Festgesellschaft des Täuflings und des Kommunionkindes, die einen Großteil der in Frage kommenden Interviewpartner ausmachte, für uns nicht zur Verfügung stand.

Dennoch hatten wir Glück, beim Fahrgeschäft „Frisbee“ auf Arnd Bergmann zu treffen. Dieser war freundlicherweise bereit, uns Einblicke in sein Leben zu bieten. Geführt wird der Großbetrieb seit 50 Jahren gemeinsam mit seiner Familie. Er selbst durchschritt eine eher untypische Laufbahn: er absolvierte eine Ausbildung. In der Regel (laut Arnd Bergmann zu 90 Prozent) wachsen Schaustellerkinder in den bestehenden Betrieb der Familie hinein und übernehmen diesen anschließend. Deshalb bleiben die meisten von ihnen ohne Ausbildung, da sie im Betrieb gebraucht werden. Er selbst vertritt den Standpunkt, dass er es seinen Kindern selbst überlassen würde, ob diese in seine Fußstapfen treten, was natürlich wünschenswert wäre. Aber auch die Wahl eines anderen Weges würde er unterstützen.

In seiner Kindheit besuchte Herr Bergmann ein Internat, allerdings empfand er dies nicht als ideale Lösung. Die Entscheidung seiner Schwester, die Kinder an einem festen Ort, z. B. bei den Großeltern, aufwachsen zu lassen, würde er bei eigenen Kindern ebenfalls bevorzugen. Somit haben die Kinder die Möglichkeit an einem geregelten Schulleben teilzunehmen und stabile soziale Bezugspunkte aufzubauen und aufrecht zu erhalten.

Auf europaweiten Tourneen, z. B. in Holland, der Schweiz, Österreich und Frankreich knüpfte Arnd Bergmann über die letzten Jahre zahlreiche Kontakte. Diese pflegt er mit Freude und erweitert sie stets.

 

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